Samstag, September 18, 2021
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Hessen und Rheinland-Pfalz: Viele Heizungen haben Modernisierungsbedarf

Berlin (ots) – Bei einer Pressekonferenz zur regionalen Energiewende in Hessen und Rheinland-Pfalz sprachen Politik und Energiewirtschaft gestern über mögliche Perspektiven und den aktuellen Status-Quo. Fazit: Die Rolle von Hausbesitzern für das Voranschreiten von Klimaschutz im Wärmemarkt wird bisher nicht deutlich genug gemacht.

„Mit knapp 11,3 Millionen veralteten Heizgeräten hat der Gebäudebestand in Deutschland enorm großes Potenzial für CO2-Einsparungen“, erklärt Horst Meierhofer, Geschäftsführer der LDEW Landesgruppe der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen und Rheinland-Pfalz. Tausche man etwa einen Öl-Niedertemperaturkessel gegen eine moderne Gas-Brennwertheizung gekoppelt mit einer Solar-Anlage zum Erhitzen von Trinkwasser, so würden sich die CO2-Emisisonen um über 40 Prozent vermindern lassen.

Die Modernisierung schone nicht nur die Umwelt, sondern lohne sich auch finanziell. So machte John Werner, Leiter der Unternehmensentwicklung bei der Brancheninitiative Zukunft Gas, auf attraktive Förderprogramme aufmerksam: „Insbesondere Kombinationen aus moderner Gas-Heiztechnik und Erneuerbaren können von der staatlichen Förderkulisse aktuell stark profitieren. Je nach Maßnahme werden so bis zu 40 Prozent der Investitionskosten erstattet.“

Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang auch über die Raustauschwochen. Die Aktion findet bereits zum fünften Mal statt. In den letzten vier Jahren wurden durch die Raustauschwochen mehr als 160 Millionen Euro private Investitionen ausgelöst und mehr als 18.000 veraltete Heizkessel ausgetauscht. Über die gesamte Lebenszeit von 20 Jahren sparen diese neuen Gasheizungen mehr als 1,1 Millionen Tonnen CO2 ein.

„Ich persönlich wurde auch von den Raustauschwochen überzeugt und habe meine alte Heizung rausgeschmissen – die Abrechnung erfreut mich sehr“ so Andreas Rahm, Mitglied des Landtags in Rheinland-Pfalz und Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses (SPD).

Die Investition zahlt sich dabei mit voranschreiten der Zeit immer mehr aus, da man durch Modernisierung nicht nur einen geringeren Verbrauch erzielt, sondern der CO2-Preis in den kommenden Jahren steigen wird, während aus der Gasleitung zunehmend klimaneutrale Gase sowie Wasserstoff kommen werden: „Wasserstoff ist in den Köpfen angekommen und steht auf der politischen Agenda ganz oben. Insbesondere was die CO2-Reduzierung angeht, bin ich fest davon überzeugt, dass Wasserstoff auch im Wärmemarkt eingesetzt werden muss. Dazu kommt, dass moderne Heizanlagen künftig auch für Wasserstoff genutzt werden können“, so Rahm weiter.

Lobend erwähnte er deshalb auch den Beitrag von Energieversorgungsunternehmen und Heizgeräteherstellern für die Wärmewende: „Aktionen wie die Raustauschwochen tragen viel dazu bei, CO2 in deutschen Heizkellern einzusparen. Denn so lässt sich ganz klar dem Verbraucher zeigen: Wenn du hier mitmachst, geht es auch positiv aus fürs Portemonnaie.“

Auch Hocheffizienz-Technologien wie Brennstoffzellenheizungen tragen bereits effektiv zur Dekarbonisierung des Wärmemarkts bei. Bei einem Wechsel auf die Brennstoffzelle sinken die CO2-Emissionen gegenüber einer alten Gasheizung um knapp 55 Prozent und auch die eigenen Energiekosten halbieren sich. Diese werden ebenfalls mit ca. 12.000 EUR durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert.

Udo Beckmann, Vorstand der EWR AG, betonte die Bedeutung der Stadtwerke und Energieversorger als Treiber der Energiewende vor Ort und wies ebenfalls auf die großangelegte Modernisierungsaktion hin: „2020 sahen wir eine Rekordnachfrage nach Gasheizungen. Das liegt sicherlich einerseits an niedrigen Kosten, aber auch an dem großem Klimaschutzpotenzial. Denn der Wechsel auf eine moderne Gasheizung bringt schnelle Einsparungen: allein seit März konnten wir als EWR unseren Kunden mit den Raustauschwochen bisher dabei helfen, drei Millionen Kilowattstunden und somit 120 Tonnen CO2 einzusparen.

Pressekontakt:

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