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Alleine auf der Flucht: SOS-Kinderdörfer warnen vor Entführung ukrainischer Kinder

Ivano-Frankivsk / München (ots) –

Vernachlässigung, Missbrauch, Entführung: Unbegleitete Kinder auf der Flucht aus der Ukraine sind nach Angaben der SOS-Kinderdörfer hohen Risiken ausgesetzt. „Insbesondere Mädchen sind in Gefahr, Opfer von Kinderhandel zu werden. Wir dürfen diese Kinder kein zweites Mal im Stich lassen!“, sagt Lanna Idriss, Vorständin der Hilfsorganisation. Es gehöre zu den schlimmen Seiten solcher Kriegs- und Notsituationen, dass Kriminelle versuchten, daraus Kapital zu schlagen.

Besonders in Sorge ist die Hilfsorganisation um die fast 100.000 Kinder, die in ukrainischen Heimen aufwachsen. Das sind 1,3 Prozent aller dortigen Minderjährigen – eine der höchsten Raten weltweit. Viele der Heimkinder befänden sich immer noch schutzlos in den Kriegsgebieten oder aber, sie überquerten die Grenze allein. Serhii Lukashov, Leiter der SOS-Kinderdörfer in der Ukraine, sagt: „Ein Großteil von ihnen hat noch Eltern. Die meisten Mütter und Väter leben als Arbeitsmigranten in anderen europäischen Ländern oder den großen Städten der Ukraine. Viele haben sich aus wirtschaftlicher Not dazu entschlossen – und suchen nun verzweifelt nach ihren Kindern!“, sagt Lukashov.

Bei allen Schritten, die jetzt unternommen würden, müsse das Wohl der Kinder an höchster Stelle stehen. Der ukrainische Staat arbeite aktuell – auch mit Unterstützung der SOS-Kinderdörfer – Richtlinien aus, die Evakuierung, Unterbringung und Registrierung regeln sollen. Lukashov sagt: „Außerdem unternehmen die SOS-Kinderdörfer größte Anstrengungen, die Kinder wieder mit ihren Familien zusammenzuführen. Wir haben zum Glück ein Netzwerk in ganz Europa, aber dies ist eine schwierige, schmerzhafte Aufgabe – ein Puzzle, mit dem wir viele Jahre beschäftigt sein werden“, sagt Lukashov. Bezogen auf die Situation unbegleiteter Minderjähriger, die in Deutschland Zuflucht gefunden haben, fordert Lanna Idriss: „Die Bundesregierung und die Länder müssen umgehend Maßnahmen ergreifen, damit die Kinder und Jugendlichen bei uns sicher sind.“

Die SOS-Kinderdörfer bitten dringend um Unterstützung:

Spendenkonto:

SOS-Kinderdörfer weltweit

IBAN: DE22 4306 0967 2222 2000 00 (GLS Gemeinschaftsbank)

Stichwort: „Humanitäre Hilfe Ukraine“

(Mittel, die über den Bedarf in der Ukraine hinausgehen, werden für ähnliche Projekte in der Region verwendet.)

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Boris Breyer
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 – 984 723 45
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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